Franz Christoph Schiermeyer

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APHORISMEN-NOTIZEN

 

Enthalten im Aphorismen-Sammelband

 


 

Nazkriegsdeutschland.

*

Gedankenlosigkeit.
Ganz entspannt im Hier und Jetzt.

*

Er hat nichts für mich übrig.
Nur seine Meinung
will er gerne mit mir teilen.

*

Nicht jeder, der den Ton angibt,
kann auch singen.

*

Ein für jede Überraschung
schlechter Mensch.

*

Am rohesten sind die Ausgekochten.

*

Vor Zynismus schützt Satire.

*

Niveau bezeichnet die Höhe,
von der man nicht absehen kann.

*

Säßen alle Verbrecher hinter Gittern,
wüßte man nicht,
wo Drinnen und wo Draußen ist.

*

Jägersprache.
Von einem Hochsitz herunterschießen
und von Anstand reden.

*

Mangels einer Sau,
die er rauslassen kann,
greift mancher auf sich selbst zurück.

*

Nicht alles, was einem
durch den Kopf schießt, trifft ins Ziel.

*

Manche Moralvorstellungen
sind nur angedacht.

*

Die Moral ist eine wahre Meisterin darin,
uns zu freiwilligem Verzicht zu zwingen.

*

Wer aus sich herausgeht, sollte wissen,
wie er wieder hineinkommt.

*

Tiefstapler müssen ihre Grenzen
ständig neu ausloten.

*

Er weiß beim besten Willen nicht,
was er wollen soll.

*

Wozu eine Uhr am Handgelenk,
wenn man doch keine Zeit
daraus schütteln kann?

*

Will man wissen, an welchem Tag im Jahr
man seinen Todestag begehen könnte?

*

Staumeldung. Der Raser bekommt genau gesagt,
wieviel "Zeitverlust" er bei freier Fahrt
wieder wettmachen muss.

*

Mancher kommt ganz groß raus.
Aus seiner Bahn.

*

Manche Ruine hat ihr Verfallsdatum
längst überschritten.

*

Tote Sprachen lernt man in der Schule.
Lebende auf dem Schulhof.

*

Die Pädagogen sind nicht zu beneiden.
Um unsere Kinder.

*

Manche Eltern leben in ihren
Kindern weiter. Schon zu Lebzeiten.

*

Schwarze Pädagogik
schlägt über die Strenge.

*

Nur kleine Mädchen
glauben an eine rosige Zukunft.

*

Am Nebentisch. "Man sieht in jenem Mädchen
schon die künftige Frau..."
"Und den armen Mann an ihrer Seite!"

*

Die Koketterie steht ihr in Schönschrift
ins Gesicht geschrieben.

*

Es soll Menschen geben,
denen die Decke fehlt,
nach der sie sich strecken sollen.

*

In Deutschland ist die Armut abgeschafft.
Es gibt nur noch vage Armutsbedrohte.

*

Am Ende der Schlange.
Stell dich nicht so an!

*

Die im Schatten haben es schwer,
in einem anderen Licht zu erscheinen.

*

Bürgernah. Die Leute dort abholen,
wo man sie abgehängt hat.

*

Die Rathäuser sind um keinen Rat verlegen.
Wohin man sich stattdessen wenden soll.

*

Wir haben verstanden.
Aber nichts gelernt.

*

Die Armen im Geize.

*

Manche Hilfsbereitschaft
verharrt im Stand-by-Modus.

*

Er kann sich nicht entscheiden.
Zwischen ausgestreckter Hand
und rausgestreckter Zunge.

*

Es gibt Wohltäter,
die handgreiflich werden.

*

Sauber verdientes Geld hat nichts zu befürchten.
Wenn es von den Banken gewaschen wird.

*

Die fleißigen Notenbanken
haben die Fälscher-Werkstätten
in den Ruin getrieben.

*

Der Götze Mammon zwingt
die Weltwirtschaft in die Knie.

*

Was wird aus dem ganzen Geld,
wenn es endlich dort ist, wo es hin soll?

*

Das sich anbahnende Desaster
wird so umfassend sein, dass man praktischerweise
die Deutsche Bahn damit beauftragen sollte.

*

Der Imageberater.
Früher nannte er sich Maskenbildner.

*

Wohin mit den alten Hüten?
Einfach in den Ring werfen.

*

Die Parlamente
sind von lauter Leuten bevölkert,
die angeblich niemand gewählt hat.

*

Die Regierung wird von denen gebildet,
die nach der Wahldie Macht an sich reißen.

*

Wenn die Nationalhymne erklingt,
ist es angemessen, sein Herz
unter der rechten Hand zu verbergen.

*

Dem einen bläht Nationalstolz die Brust.
Dem anderen den Darm.

*

Wir sollten unsere Demokratie kostengünstig
dort herstellen lassen, wohin wir sie exportieren wollen.

*

Einen Krieg, der ausbricht,
wird man guten Gewissenserschießen dürfen.

*

Achten wir auf die Vorboten!
Der Bote wird es vielleicht nicht mehr
bis zu uns schaffen.

*

Am Ende lassen die Strippenzieher
alle Hüllen fallen.

*

Andere Länder, anderer Sittenverfall.

*

Augen zu und durch! die Alpträume.

*

Warum den Kopf in den Sand stecken?
Wenn man ihn sich bequem
in die Augen streuen lassen kann.

*

Wenn´s wieder aufwärts geht,
jubeln sogar die Wasserleichen.

*

Verschont wenigstens die Buckelwale!
Sie haben es schwer genug.

*

Künstliche Intelligenz.
Vielleicht gelangt sie als Partikel in die Weltmeere
und von dort in unsere Nahrungskette?

*

Seinen gesunden Menschenverstand
kann man nur privat versichern.

*

Mancher bastelt jahrelang
an seinem Begräbnis.
Und denkt nie an seinen Tod.

*

Werbetafel am Ortseingang:
Gut bürgerliche Kirche.

*

Mondangabe: Meine letzte Beichte
war vor 384.400 Kilometern.

*

Lieber in die Pflicht
als ins Gebet genommen werden.

*

Wir tanzen auf einer Erde ohne doppelten Boden.

*

Das globale Denken ist fest verankert.
In den Köpfen der Urlaubsreisenden.

*

Zurück ins Paradies!
Eine Unterscheidung von Gut und Böse wird uns
niemand mehr ernsthaft vorhalten können.

*

Ob Mutter Erde wohl weiß,
wieviele Plagen sie geboren hat?

*

Das Ende wird ein einmaliges Erlebnis.

*

Vorbilder. Leben nach Zahlen.

*

Unsere Vorbilder sind uns treu.
Und gar nicht böse, wenn wir sie
von der Wand nehmen.

*

Die Spielfreude der Akteure verdarb
dem Stückeschreiber nicht nur die Premiere…
Sondern die Lust auf grad alles.

*

Die nicht endenwollenden Buhrufe zwangen
den Autor zu immer neuen Verbeugungen.

*

Unter deinesgleichen
hast du es am schwersten.

*

Er hat mich abgeschrieben.
Samt allen meinen Fehlern.

*

Auch die Behauptung, nur aus sich selbst heraus
zu schöpfen, ist ein Plagiat.

*

Wer seinen eigenen Weg gehen will,
muss lange hin- und herlaufen.

*

Ohne meine Zweifel
würde ich schier verzweifeln.

*

Wie traurig, wenn Verzeihen vergebens ist.

*

Wer alles haben will,
weiß nicht, was sich gehört.

*

Selbst Wesentliches bedingt einander.

*

Sein Selbstbewusstsein

überfällt ihn immer so plötzlich,
dass er nie weiß, was er gerade tut.

*

Wie könnte ich dir versprechen,
dass ich dich nicht vergessen werde?
Manchmal vergesse ich mich selber.

*

Ein freundliches Wesen
bekommt mehr geschenkt,
als ein unfreundliches erstreiten kann.

*

Woher wissen die Dinge,
die ich verlegt habe,
wo sie sich verstecken können?

*

Widergespenstisch.

*

Ich brauche nur an mir herunter zu schauen,
um zu erkennen, wie sehr Bauchgefühl
in die Irre führen kann.

*

Vom Fasten ist nur
das Abnehmen geblieben.

*

Auch ein Leben voller Misserfolge
ist ein erfülltes Leben.

*

Wenn sich etwas nicht in ein, zwei Sätzen
ausdrücken lässt,
kann das auch am Satzbau liegen.

*

Ich mache nichts lieber als keinen Lärm.

*

Stille ist die Frucht des Schweigens.

*

Je weniger Licht, desto heller die Sterne.

*

Mein Buch ist völlig überarbeitet.
Ich werde es eine Weile ruhenlassen.

*

Sei zufrieden mit deinem Glück!

*

Der Poetcetera.
Versiert in allen Künsten.

*

Herbst… Der Superlativ
unter den Jahreszeiten.

*

“Bonusmaterial•:
Ein beim Schreiben leider
etwas verunglückter Aphrpms.


 


 

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