Franz Christoph Schiermeyer

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EIN KOPF MUSS SICH NICHT BEHAUPTEN

 

388 Aphorismen, Paperback,
88 Seiten, ISBN 9783752887723; 8,80 €

(230 Aphorismen schon in “Bitte wenden",
erschienen 2008 mit 58 Cartoons von Norbert Gräf,
Nachttischbuch-Verlag, Berlin, ISBN 9783937550152)

Hier erhältlich

Auch im Aphorismen-Sammelband enthalten

 


 

INHALT

 

Aphorismen: Aufmerksätze.

*

Ein aufrechter Autor wünscht sich
keine geneigten Leser.

*

Wenn Wörter erzählen könnten!

*

Bei jedem Wort, das er sagt,
nickt er eifrig mit dem Kopf.

*

Auch der Klügste denkt nur in Gedanken.

*

Wäre Unbedachtes stets auch unbedenklich!

*

Nicht jedes Vorwort hält,
was seine Vorsätze versprechen.

*

Das Lesebändchen. Die Leine, an der
ein Autor seine Leser spazierenführt.

*

Auf dem Wegzwischen Stift und Notizbuch
geht mancher Gedanke verloren.

*

Jeder darf sich zum Narren machen.
Außer dem Narren.

*

Halbe Wahrheiten halten
die Sperrminorität an der ganzen.

*

Es gibt mehr parfürmierte Wörter
als dufte Zeitgenossen.

*

Gewitzte Menschen sind nicht immer lustig.

*

Aphoristiker verlieren
ungern ein paar Worte.

*

Füllwörter machen zur Not
halt eben wohl auch ganz gut satt.

*

Sympathisch! Kein Raucher tanzt
nach der Pfeife eines anderen.

*

Heiße Luft trägt. Die im Korb.

*

Können Autos Sie auch rasend machen?

*

Rasen und Rasenmähen -
was täten die Deutschen lieber?

*

Autofahrer. Haltlose Zeitgenossen.

*

Koste es, was Esso wolle!

*

Gerüchte verbreiten sich
schneller als Gerüche.

*

Zeitgeistiges.
Die Domäne der Intellaktuellen.

*

Niemand sieht sich je so, wie er wirklich ist.
Immer nur seitenverkehrt,

*

Ob Kopftuch, Mitra, Barett oder Baseballkappe:
Alle Kopfbedeckungen wirken letztlich aufgesetzt.

*

Wir sitzen alle in einem Boot.
Bis auf den Eigner.

*

Was machen wir,
wenn wir das Weltall erobert haben?

*

Am siebten Tag ruhte Gott.
Bis zum ersten Läuten.

*

Parteiprogramm.
Der Zweck heiligt die Mitte.

*

Ablenkungsmanöver.
Er will das Steuer herumreißen.

*

Dünnhäutige Menschen
fahren bequemer aus der Haut.

*

Die Zwillingsgeschwister
Zölibido und Obzölibat.

*

Vom Kommunizieren vergangener Tage
ist nur das Zungerausstrecken geblieben.

*

An den Stammtischen
wird obergärig Deutsch gesprochen.

*

Auf einem Schreihals sitzt kein ruhiger Kopf.

*

Lauter Verbrecher ringsum!
Nur ich bin unlauter.

*

Einheimischen steht
die Landesniedertracht am besten.

*

Januskopf. Zwei Gesichter,
dieselben Hintergedanken.

*

Der Mensch. Die Konter-Evolution.

*

Ehrlich wehrt am längsten.

*

Es gibt kein schlechtes Wetter.
Nur schlechte Menschen.

*

Am Generationenvertrag gelten nur noch
die geheimen Nebenabsprachen.
Zugunsten millionenschwerer Erben.

*

Pappkameraden sind immer
gut aufgestellt.

*

Sie ist ohne Erbsünde.
Vom Baum der Erkenntnis jedenfalls
hat sie nicht gegessen.

*

Deutschland ist eine Bürokratie.
Bitte einzeln eintreten!

*

Ein Datum. Das triumphierende
Darum aller Bürokraten.

*

Der Individualismus
kennt kein größeres Vergnügen
als eine Massenveranstaltung.

*

Das Unerwartete zeigt,
wie gut alles durchdacht ist.

*

Fehlt dir etwas,
wenn du nicht alles hast?

*

Der Holzweg.
Aus nachwachsendem Rohstoff.

*

Staatstheater. Der Innenminister
hat die Stacheldrahtrolle.

*

Am geschicktesten verborgen
wird die eigene Dummheit
unter einem Doktortitel.

*

Sein Auftrag: die Lizenz zu töten.

*

Wenn vor Gericht alle gleich wären,
könnten vor dem Gesetz alle verschieden bleiben.

*

Königswege
gibt es nur in Monarchien.

*

Geborene Lügner
sind schon zweisprachig aufgewachsen.

*

Auch gezinkte Karten
fallen aus dem Ärmel.

*

Es fehlt ihm nicht an Rechtsbewusstsein.
Er hat nur kein Unrechtsbewusstsein.

*

Der Opportunist weiß immer,
woher der Wind weht.
Sogar bei absoluter Flaute.

*

Die Christen richten sich.
Nach den Zehn Geboten.

*

Manche Geschäfte
vertreiben vornehmlich Kunden.

*

Stellenbeschreibung. Exakt die Stelle,
an der der Einkaufswagen
des Hintermannes die Ferse trifft.

*

Ein zur Ehre der Altäre
erhobener Zeigefinger.

*

Heilige Kühe bekommen
goldene Kälber.

*

Optimisten und Pessimisten
blüht dasselbe.

*

Es ist müßig, mit jemandem Gedanken
auszutauschen, dem Abstraktes fremd ist.

*

Könnte man doch einen schönen Hintern
von vorn betrachten!

*

Die Regierung hat ihr Programm veröffentlicht.
Damit die Abgeordneten im Parlament
etwas zum Blättern haben.

*

Sie sind ein Herz und eine Seele.
Nur ihre Körper gehen inzwischen getrennte Wege.

*

Wer weiß, was eine Harke ist,
nimmt vieles lockerer.

*

Der Gleichgültigkeit ist alles gleich.
Und nichts gültig.

*

In der Politik geht es darum,
die Oberhohlheit über die Begriffe zu gewinnen.

*

Er ist noch nicht berühmt genug,
dass man ihn guten Gewissens preisen könnte.

*

Die konsequentesten Querdenker
sind die Querulanten.

*

Je kleiner das Rad,
desto schneller der Hamster.

*

Es plagt ihn ein gewaltiger Juxreiz.

*

Ein Gespräch unter Aphoristikern
sollte fünf Minuten nicht überschreiten.

*

Die übliche Form von Nähe
ist Distanzlosigkeit.

*

Wie weit darf Phantasie gehen?
So weit man mit ihr Schritt halten kann.

*

Er liebt sie so, wie er ist.

*

Brot und Spiele?
Eins von beiden tut´s wohl auch!

*

Die Marathonläufer überbringen
keine andere Botschaft als sich selbst.

*

Die Speerspitze der Eventgarde.

*

Er könnte auch anders.
Aber seine Selbstbestimmung
hat ihn fest im Griff.

*

Nur Herrenmenschen können glauben,
sich die Welt untertan machen zu sollen.

*

Im kollektiven Gedächtnis
ist kein Platz für Einzelschicksale.

*

Moral ist ein Korsett,
das die natürlichen Vorzüge betont
und die erworbenen nicht einschnürt.

*

Früher gingen unsere Gedanken im Kreis.
Heute um den Globus.

*

Der Sommer ist da, wenn sich die eine Hälfte
der Bevölkerung über Socken in Sandalen amüsiert
und die andere über im Winter verborgene Tattoos.

*

Un-Sportlichkeit ist unfair!

*

Kuschelpädagogik. Setz dich in die Ecke!

*

Regierungsbildung.
Vor den Personalfragen geht´s zur Sache.

*

Gute Nachricht für Einbrecher:
Aufbruchstimmung in Deutschland!

*

Resignieren. Er unterschreibt
ihr Dokument und sie seins.

*

Alle Wege führen nach Rom.
Und wieder aus ihm heraus.

*

Ein schwer thematisierter Gesprächskreis.

*

Gut, dass wir mal dran gerochen haben!

*

(1) Öffentliche Anteilnahme
nimmt gerne teil. Aber ungern an.

*

(2) Öffentliche Anteilnahme tauscht
eigenes Elend gegen fremden Schmerz.

*

Mancher Wähler kommt bei der Stimmabgabe
wieder in den Stimmbruch.

*

Den Heimatminister
stelle ich mir als Gartenzwerg vor.

*

"Ein begnadeter Theologe"
ist eine originelle Wortzusammenstellung.

*

Jeder ist seines Glückes Schmied.
Leider haben nicht Alle Schmied gelernt.

*

Von Anfang an wagte sich die Menschheit in Gebiete,
in denen es nichts Menschliches mehr gibt.

*

Konsumma summarum
geht´s nur ums Shoppen.

*

Modernes Damagement.

*

Er möchte unbedingt etwas anschieben,
bewegen, gegen die Wand fahren

*

Der Leistungsträger.
Strikt den Verdienstweg eingehalten.

*

Schnell gefällte Entscheidungen
fallen vorzugsweise in die eigene Richtung.

*

Ein „Gutmensch“ ist nicht unbedingt
ein guter Mensch. Ein Bösewicht allerdings
immer ein Wicht.

*

Die Wiedervereinigung war ein Grenzfall.

*

Der Mantel der Geschichte
wärmt nicht deren Opfer.

*

Die Erde hat fünf Kontinente.
Und sieben Inkontinente.

*

In der Tat: Wozu brauchen Menschen, die sich
auf Sonnenbänke legen, Regenwälder?

*

Wie gerne hielte man ihn für ein Genie,
gäbe es irgendetwas, vor dem er sich genierte.

*

Nationalisten.
Der Blut- und Bodensatz einer Gesellschaft.

*

Das Gesundheitswesen
ist nach jeder Chefvisite kränker.

*

Ständig zupft sie an ihm herum.
Als wäre an ihr, was an ihm ist.

*

Biometrische Daten.
Natürlich nur aus streng kontrollierten Ländern!

*

In verdorbenen Gesellschaften braucht es
mehr Zivilcourage, die Gesetze einzuhalten,
als sie zu übertreten.

*

Amerika. Die Quadratur des Oval Offices.

*

Global player. Too big to feel.

*

Ein Taugenichts an der Spitze
beflügelt alle Tunichtgute.

*

Die Stützen der Gesellschaft
bestehen aus massiven Betonköpfen.

*

Potemkische Dörfer
täuschen vielleicht die Zarin. Aber weder
die Dorfbewohner noch die Kulissenschieber.

*

Haltet die Meere sauber!
Wir müssen noch zurück.

*

Auf Augenhöhe.
Das Kaninchen vor der Schlange.

*

Überzeugte Vertreter der Meinungsvielfalt
ändern ihre Meinung ständig.

*

Billige Schadenfreude.
Ein Henker, der in Ausübung
seines Amtes stirbt!

*

Bald sind alle rechtgläubig.
Dann hilft nur noch Beten.

*

Pressekonferenz. Es sind nur
gestellte Fragen zugelassen.

*

Personalabbau. Die Wirtschaft
entdeckt ständig neue Vorkommen.

*

Armut, Keuschheit und Gehorsam,
diese drei… Am größten aber ist die Armut.

*

Die Fußstapfen der Dinosaurier
sind deswegen so groß,
damit unsere bequem hineinpassen.

*

Der Patient. Das Patent der Ärzteschaft.

*

Undankbarkeit spricht
hinter aufgehaltener Hand.

*

Innere Sicherheit ist keine Frage
äußerer Maßnahmen.

*

Nicht jeder, der käuflich ist,
findet einen Abnehmer.

*

Mit Liebeslyrik gewinnt man vielleicht zwei,
drei Leserinnen. Aber keine einzige Geliebte.

*

Klimawandel? Artensterben? Überbevölkerung?
Die Erde sollte froh sein, dass sie uns hat!

*

Gott schweigt!
Das ist das Unglaubliche.

*

Fernbedienung.
Nur ein Wort, und seine Frau bringt ihm alles,
was ihm zur Entspannung fehlt.

*

Der Rechtsstaat ist kollabiert.
Er liegt auf der Inneren.

*

Geldkreislaufbeschwerden?
Für die Reichen eine Überweisung,
für die Armen ein Straßenpflaster.

*

Der ewige Minister:
Stets wachsam auf dem Posten.
Irgendeines Ministeriums.

*

Henkerswahlzeit.
Hängen oder Erschießen?

*

Die schweigende Mehrheit
macht den größten Lärm.

*

Ohne seinen Katechismus wüsste
mancher gar nicht, was er alles glaubt.

*

Nach der Eheschließung wird
aus einem unbeschriebenen Blatt
nicht selten ein engbeschriebener Einkaufszettel.

*

Geschlossene Gesellschaften
lassen alles unter sich.

*

Die Nachdenklichen zum Denken zwingen!

*

Manche Ehen sind nur Bankverbindungen.

*

Kinder sind ins Spiel vertieft,
Erwachsene in seine Regeln.

*

Zur einen Hälfte gebildet.
Zur anderen nicht mehr in Arbeit.

*

Ob Zeus seine Gläubigen fehlen?

*

Halbgötter sind keine ganzen Menschen.

*

Von ferne klingen
die Glocken am schönsten.

*

Am kundigsten geführt
wird der Weg in den Hinterhalt.

*

Frauen haben ein viel größeres Einfühlungsvermögen
als Männer. In die Notwendigkeiten.

*

Die Geschichte wiederholt sich ständig.
Nur die Akteure und ihre Opfer wechseln.

*

Ausnahmen betätigen die Regel.

*

Wer zehn Gebote braucht,
dem helfen keine hundert.

*

Graue Zellen verpflichten nicht
zu trüben Gedanken.

*

Immer wenn ein Ruck durch Deutschland geht,
bleibt ein Riss zurück.

*

Tabaksteuern sind der Beweis dafür,
dass man Geld zweimal verbrennen kann.

*

Auch hohe Posten
können negativ zu Buche schlagen.

*

Der eifrige Beamte. Er bemüht sich aufrichtig,
etwas in Bewegung zu sitzen.

*

Die Erde hat mit dem Menschen
nur ein kleines Menetechtel.

*

Die schärfsten Formulierer können
die aufmerksamsten Mitmenschen sein.
Und die schafgesichtigsten Fabulierer
die rücksichtslosesten Zeitgenossen.

*

Oralapostel und Phrasiräer.

*

Der Kapitalismus fällt immer kapital aus.
Auch als Fehler.

*

Iustitia ist blind.
Und sie hört auch schlecht.

*

Gefahr im Verzug? Keine Sorge,
sie wird schon rechtzeitig eintreffen.

*

Land der Dichter und Denker.
Jeder Fliesenleger und Bäckermeister beehrt mich
mit der stupenden „Philosophie“ seines Betriebes.



Prügel. Plural von Menschenschlag.



Deutschland geht es gut.
Darum die fröhlichen Gesichter
auf allen Straßen.

*

Spätkapitalismus.
Marx und Sein erschütternd.

*

Trost der Propheten.
Die eigenen Voraussagungen
nicht selbst erleben zu müssen.

*

Die Demokratie wird beerdigt.
Schäuble für Schäuble.

*

Es gibt Namen,
die man bei den Dingen nennen muss.

*

Der eine wird abgefunden.
Der andere muss sich selber abfinden.

*

Beamtenmentalität.
Er beamt sich in den Ruhestand.

*

Mancher Mediziner verzichtete besser darauf,
seine Theorien in der Praxis umzusetzen.

*

Eine schöne Frau wird sich
mit einem erfolgreichen Mann
zufriedengeben müssen.

*

Es ist gefährlich, alles als brandgefährlich
zu bezeichnen. Es suggeriert die Existenz
einer einsatzbereiten Feuerwehr.

*

Gibt es ein größeres
Verkehrshindernis als das Auto?

*

Entscheidung nach Aktenlage.
Seine liegt zuunterst.

*

Flüchtige Gedanken
sind die mit Abstand intelligentesten.

*

Die neue Computergeneration kommt.
Innenminister inside.

*

Die meisten Denkpausen
werden zu ganz anderem genutzt.

*

Nichts Fremdes ist ihm menschlich.

*

Wer nicht mehr widerstehen kann,
darf sich gerne widersetzen.

*

Wer einen Anstoß gibt, muss damit rechnen,
dass Anstoß genommen wird.

*

Als erstes unterdückt der Despot alle Tränen.
Auch die eigenen.

*

Hinter Lichtschranken
muss man keine Lichtgestalten vermuten.

*

Die Ängste der Nomenklaustura.

*

Liest man in der Bibel, ahnt man,
was dem Gekreuzigten unter den Nägeln brannte.

*

Fremdwörter. Wörter mit "Migrationshintergrund".

*

Die Äh...Äh...Äh...lite
mit ihrer Milligrammatik.

*

Die Furcht vor Anschlägen ist schon so groß,
dass die Züge nur noch zu unbekannten Zeiten
und Zielen verkehren.

*

Der Systematiker ordnet die Dinge
nach seinem Wohlgefallen.

*

Gurtpflicht für Fahrradfahrer!

*

Den Rasern freie Bahn,
der Rettung eine Gasse.

*

Gemein! Auch Vegetarier
haben Zahnfleischbluten.

*

Wer sich für die unten einsetzt,
ist schnell oben durch.

*

Ein bundesweiter Hosenanzug.

*

Das Staatswesen bliebe besser körperlos.

*

Erfahrung kann man auch
als Fußgänger sammeln.

*

Mancher denkt, er sei im Gespräch.
Und ist nur im Gerede.

*

Für die Dinge, auf die man das eine Auge
geworfen hat, ist man auf dem anderen blind.

*

An einem fremden Tisch schmeckt selbst
das Gewohnte besser als am eigenen.

*

Cyber-Krieg. Erst mal einen kompatiblen
Kriegstreiber hochladen.

*

Krieg: Friedens Schluss.

*

Der Agnostiker.
Dem einen nur ein Häretiker,
dem anderen nur ein Betbruder.

*

Debatte zur Diätenerhöhung.
Das Parlament wird zur Bedürfnisanstalt.

*

Mancher Posaunenchor
betreibt reine Blasphemie.

*

Musst du jemanden hängen lassen,
überlass ihn nicht den Vögeln.

*

Gott trägt keine Schuld
an dem ganzen Miserere.

*

Ein Saumagen weiß,
was hinten rauskommt.

*

Die Abgeordneten vertreten das Volk.
Bis es wiederkommt.

*

Eine Ehe kann nur Probleme lösen,
die auch eine Ehe lösen können.

*

Dauern die Schweine Sie auch so
in ihren Dauerwürsten?

*

Ein lupenreiner Demokrat.
Unter dem Mikroskop.

*

Die gute Absicht zahlt.



Das Volk wird wählerischer.
Die Zahl der Nichtwähler nimmt zu.

*

Er hat den totalen Durchblick.
Er sieht nichts mehr.

*

Es gibt Dinge, die man ruhenlassen sollte.
Bis sie ausgeschlafen sind.

*

Man kann sich seine Wünsche
nicht aussuchen.

*

Sie fügt jedem Tag
ihre eigene Plage hinzu.

*

Der Himmel des einen
ist die Hölle des anderen.

*

Schrecklich ist nicht der Anders-,
sondern der Allesgläubige.

*

Gemeinsame Ebenen bestehen aus
vielen gemeinsamen Tiefpunkten.

*

Die Lust des Fundamentalisten:
Ungläubige poenetrieren.

*

Gib deinen Zweifeln
nicht immer nur zu nagen.

*

Hass: Gegenliebe.

*

Es wird vergessen,
was auf den Tisch kommt!

*

Ein Fünf-Gänge-Menü. Mit Rückwärtsgang.

*

Plausibel mag es ja sein, sagte die Politikerin.
Aber nicht applausibel.

*

Er will Gnade vor Recht ergehen lassen.
Erst Gnade,dann Recht.

*

Auf Dauer lässt Macht sich nicht beherrschen.

*

Wer alles hat, will anderes.

*

Gott hat sich die Menschen
bestimmt ganz anders vorgestellt.

*

Vielen Mächtigen scheint es egal zu sein,
was sie ihren Leibwächtern zu bewachen geben.

*

Früher warf er mit Steinen.
Heute streut er den Leuten Sand in die Augen.

*

Wenn die Taten gesprochen haben,
müssen wieder die Wörter ran.

*

Freiwillige Selbstironie.

*

Die Gesetze sind für alle gleichgültig.

*

Jeder bekehre sich vor seiner eigenen Tür.

*

Du musst nicht vollkommen sein.
Es genügt, komplett zu werden.

*

Wart ihr heute auch schön bösartig?
fragt der Teufel abends seine Kinder.

*

Die reine Lehre ist nicht ganz sauber.

*

Ein glückliches Paar.
Sie tun einander jedes Gefallen.

*

Innere Werte leiden nicht
unter einer äußeren Entsprechung.

*

Professionelle Betrüger
bringen ihre Anwälte zur Tat mit.

*

Nur reiche Leute können sich
von der Steuer absetzen.

*

Die Ersten beginnen zu bestreiten,
dass sie vom Menschen abstammen.

*

Der Rest trägt das Risiko.

*

Verräter! Er träumt von einer anderen Welt.

*

Wir können nicht darauf bauen,
dass sich kommende Generationen
nicht an uns erinnern werden.

*

Der Mensch passt sich an.
Er kann in derselben Weise über zu heißes
und über zu kaltes Wetter klagen.

*

Natürlich liebe ich dich!
Und die kranke Nachbarin auch.

*

Herr Raffgier und Frau Raffinesse.

*

Zum Meer? Immer den Bach runter!

*

Sie hat das zweite Gesicht.
Manche behaupten, sogar schon das dritte.

*

Ein Lächeln aus äußerer Überzeugung.

*

Am besten unterhalten fühlen sich die Leute,
wenn man sie von sich selber erzählen lässt.

*

Die Betroffenen betrifft es meist gar nicht.

*

Wer hoffte nicht auf ein Schäferstündchen
beim Schäfchenzählen?

*

Er verliert ständig seinen Faden.
Und knüpft einen Gedanken am anderen auf.

*

Hinter Damaskus wird mancher
wieder zum Saulus.

*

Nach der Beichte ist vor der Sünde.

*

Manchem liegt es nicht, für etwas zu stehen.

*

In der Mitte bewegt sich am wenigsten.

*

Die Erde ist unsere einzige Kugel
im Lauf der Zeit.

*

Ihre Ehe hätte als gut bezeichnet werden können,
wäre sie zum rechten Zeitpunkt geschieden worden.

*

Die Quittung, die man bekommen hat,
mag man nirgends vorlegen.

*

Sei nicht nachtragend!
Lass es einfach irgendwo liegen.

*

Tausend Gedanken erzwingen keine Idee.

*

Wie schön zu unterliegen! Beim Lieben.

*

Von falscher Scham befreit nur richtige Liebe.

*

Aus einer Masse kann man
jede Menge Grimassen schneiden.

*

Manche Menschen verlieren
ihr Gesicht vorm Spiegel.

*

Hallo, Mitte! Rand halten.

*

Nach dem ersten Zungenkuss
die erste Diskussion.

*

Sie werden sich immer fremder
und freundlicher.

*

Lieber ins Schwimmen geraten
als untergehen.

*

Als Letztes stirbt die Heuschrecke.

*

Je gläserner die Fassade,
desto undurchsichtiger die Geschäfte.

*

Wasserstraßen erkennt man an den Ölspuren.

*

Nichts erstaunt innere Zirkel mehr,
als wenn man einen großen Bogen um sie macht.

*

Die vorgeben, bei den Menschen zu sein,
sind nicht immer bei der Sache.

*

Was morgens in der Zeitung steht,
liegt mittags auf der Straße.

*

Hingucker sind völlig blind.

*

Wellness. Eine typisch deutsche Rewohlution.

*

Die Frau ist ein Traum... Wäre da nur nicht
der Kreis ihrer einflüsterreichen Freundinnen.

*

Je größer der Freundeskreis, desto geringer
die Wahrscheinlichkeit, dass er sich um dich dreht.

*

Er redete so fromm daher, dass alle ringsum
schlagartig zu Heiden wurden.

*

Es kann nur eine wahre
Himmelsrichtung geben!

*

Um das, was im Raum steht,
kann der Bogen nicht groß genug sein.

*

Am nächsten steht nicht wenigen ihr Fernseher.

*

Am beliebtesten sind die Talg-Shows.

*

Manche, die die Welt verändern wollen,
machen ihre Drohung wahr.

*

Erst observieren. Dann abservieren.

*

Anti-Aging.
Vom Sexappeal zum Sexappeeling.

*

Das letzte Jahrhundert war erst das vorletzte.

*

Die Erde ist eine Zielscheibe.

*

Kinder, denen vorab alles
verziehen wird, sind bald verzogen.

*

Das Totenhemd der Menschheit
wird aus Rohstoffen geschneidert.

*

Warum nur Schuldgefühle?
Wenn man eine echte Schuld haben kann!

*

Der Mensch. Das Un-Tier.

*

Detektiv: Beschattungsunternehmer.

*

Das Boot ist voll! Mit Wasser.

*

Die nächste Generation muss austrinken,
worin wir gebadet haben.

*

Faschismus. Es gibt Kreuze,
die gleich mehrere Haken haben.

*

Am erfolgversprechendsten schien ihm
eine Umschulung zum Umschuler zu sein.

*

Bei dem Wort „menschlich“
erschrickt die gesamte Kreatur.

*

Die Atombombe? Man darf nicht
am falschen Ende sparen.

*

Kettenreaktion. Am einen Ende ziehen,
am anderen nach dem Befinden fragen.

*

Konklave. Das Heiliger-Stuhl-Rücken.

*

Nur die Hartleibigsten bringen es
durch alle Stanzen bis zum Papst.

*

Amerikas Heiliger Stuhl ist elektrisch.

*

Dreitagebart? Dreikäsehoch.

*

Das Erfolgsrezept des Busfahrers:
Die Leute dort abholen, wo sie stehen.

*

In kleiner Runde fühle ich mich wohl.
Für große fehlt mir der Atem.

*

Laut Werbung leidet die eine Hälfte der Bevölkerung
an Durchfall, die andere an Verstopfung.
Beiden möchte man den Stuhl vor die Tür setzen.

*

Das Fernsehen
ist eine Vorrichtung zum Nachrichten.

*

Manche Vergehen bleiben.

*

Sind Fernseher Fluchtgeräte?
Jeder hat ständig einen im Blick!

*

Der Schöpfung
fehlen etliche Zacken in der Krone.

*

Nehmen Sie´s nicht persönlich,
tröstet der Henker.

*

Ist es nicht tragisch, wenn die Kinder
vor dem Vaterland sterben?

*

Junge Leute sind aggressiv.
Alte militant.

*

Im Winkel. Nichts schöner,
als bei guter Gesundheit zu sitzen
und ihr von seinen Krankheiten zu erzählen.

*

Sehr junge und sehr alte Menschen
wissen immer genau, wie alt sie sind.
Dazwischen lebt man in Dekaden.

*

Katastrophenfall. Die Regierung
reagiert mit Entsätzen.

*

Er möchte nicht falsch verstanden werden.
Aber auch nicht ganz richtig.

*

Die Nachfrage richtet sich
nach der Antwort.

*

Guerreatrie.

*

Ihrem Alter und Auftreten nach zu urteilen,
ist nicht auszuschließen, dass die Menschheit
in die Phase fortgeschrittener Demenz
eingetreten ist.

*

Tierisch Angst zu haben immerhin,
haben wir uns bewahrt beim Menschwerden.

*

Mancher hat Ideen, da verblassen sogar
die Einfälle der Hunnen.

*

Die Neandertaler wissen schon,
wer von ihnen alles in den Himmel gekommen ist.

*

Für sein Tun hat er gute Abgründe.

*

Je länger er dauert, desto mehr Soldaten
finden Gefallen in einem Krieg.

*

Gibt es irgendetwas auf der Erde,
worunter sie sich nicht krümmte?

*

Kluge und dumme Gedanken
verbreiten sich auf demselben Wege.
Der eine sagt sie dem anderen weiter.

*

Weitsichtige Eltern behandeln ihre Kinder so,
dass diese sie im Alter nicht verdientermaßen
in die Wüste schicken. Sondern in die Wälder.

*

Multitasking. Leben und schon tot sein.

*

Eigentlich gibt keinen Grund,
sich vor seinem Tod mehr zu fürchten
als vor seiner Geburt.

*

Rückblick auf eine stattliche Anzahl
von Jahren gefühlten Lebens.

*

Je höher der Turm,
desto fataler die Aussicht.

*

Er hat sich bekehrt. Von oben bis unten.

*

Nichts verwirrt mehr
als ein klarer Gedanke.

*

Die Geburt des Christentums.
Von der Beschneidung zur Bescherung.

*

Altes Märchen. Und es begab sich,
dass ein gelber Stern aufging über Deutschland.
Und keiner hat ihn gesehen.

*

Ohne die eigenen Abgründe wüsste niemand,
wohinein er sich zur Not stürzen sollte.

*

Suizid. End-Schleunigung.

*

Der siebte Himmel?
Wolke sieben tät´s auch.

*

Aufdringliche Menschen haben es nie eilig.

*

Die Erde ist ein Schiff, das noch lange nicht sinkt.
Die Ratten vermehren sich prächtig.

*

Der Froschkönig zu seiner Favoritin:
"Die halbe goldene Kugel, den halben Brunnen
und die ganze Nacht!!" -
"Nur über meinen Laich!"

*

Aphorismen leuchten jedem sofort heim.

*

Ob die Wahrheit immer weiß,
was sie von sich halten soll?

*

Gott hat die Welt nicht vergessen. Nur verlegt.

*

"Na gut, ist die Erde eben eine Kugel -
aber der Mensch bleibt eine Scheibe!"

*

Er sitzt im Glashaus.
Wie gerne hätte er jetzt einen Stein!

*

Die Gegner des Tages
versammeln sich am Abend.

*

Der Philosoph betrachtet die Sterne bei Tag.
Der Dichter bei Nacht.

*

Alles kommt ans Licht.
Und kehrt zurück ins Dunkel.

*

Weihnachtsmarkt.
Der Engel soll frohe Kunden bringen.

*

Ein Hafen ist der sicherste Ort zum Stranden.

*

Excolibris. Aus meiner Sprüche-Sammlung.

*

Die Pyrrhussiege der Wahrheit.

*

Wechseljahre. Sie wird immer herrischer
und er lebt seine weibliche Seite.

*

Aphoristiker unterbrechen
ihr Schweigen nur kurz.

*

Wie schön, etwas zu besitzen,
das anderen nicht fehlt.

*

Sein kann man nicht haben.

*

Weit weg.
Dorthin, wo die Grenzen sich verlaufen

*

Ein Ziel sollte so weit entfernt sein,
dass man um sich jederzeit
zur Umkehr entschließen kann.

*

Auf dem Dachboden seines Kartenhauses
steht ein kleiner leerer Koffer.
Dorthinein muss alles passen.

*

Befürchtung. Ich werde mich so lange wiederholen,
bis ich mich endlich verstanden habe.

*

Alle meinen Sünden.
Der liebe Gott wird‘s schon richten.

*

Wahre Stille kann man hören.

*

Wer uns zu Herzen geht,
geht uns nicht auf den Geist.

*

“Und was wollen Sie spielen?•,
wurde der blinde Musiker kurz vor der Session gefragt.
Jener, leicht auf den Stock gestützt, mit dem er
gekommen war: “Tasteninstrument•.

*

Der Ohrwurm. Das Ende vom Lied.

*

Bedenke doch: Ohne dich
bliebe der liebe Gott im Himmel ganz allein.

*

Herbst... Klingt wie ein leises Hilfe!

 


 

Mach dir keinen Kopf | Zwischen den Zeilen ist unterm Strich
Aphorismen-Notizen | Sammelband Aphorismen 

APHORISMEN

Mach dir keinen Kopf

Zwischen den Zeilen
ist unterm Strich

Ein Kopf muss sich
nicht behaupten

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Sammelband
Aphorismen

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© F. Christoph Schiermeyer | Fastnachtsgasse 10 | 97653 Bischofsheim a. d. Rhön